Spießerschwein

Nein, ich will
nicht mit dir untergehen.
Aus deinem Sarg
wird niemand auferstehen.
Ey, lass mich leben.
Du bist schon tot.
Irgendwann wolltest du
ganz anders sein.
Ein Supertyp,
und kein Spießerschwein.
Ey, lass mich leben.
Du bist schon tot.

Du warst immer der,
mit dem coolen Spruch.
Volles Rohr!
Genug ist nie genug!
Du warst immer
so ein geiler Stier.
Jetzt bist du nur noch
ein Pantoffeltier.

Nein, ich will
nicht mit dir untergehen.
Leg dich hin,
um nie mehr aufzustehen.
Ey, lass mich leben.
Du bist schon tot.

Spießer sterben jung, so jung
und werden alt und grau.
Niemand lebt so langweilig
wie eine Spießersau.

Wir werden die sein,
vor denen man uns warnt.
For ever young
und alles in der Hand.
Das war dein Leben.
Jetzt bist du tot.

Reich

Es geht mich wenig an,
wo der Mercedesstern am Himmel steht.
Es interessiert mich nicht,
was mein Bundeskanzler mir verspricht.
Und welches Fahrgestell
in diesem Jahr Miss Deutschland war.
Ob mein Horoskop
mir prophezeit, ich werd' Superstar.

Und ob die Königskinder
noch vor dem Winter geschieden sind.
Wieviel Leute, beim Zählen
ihrer Moneten verblöden,
weiß allein der Wind.
Wenn eine gute Fee,
mich noch in dieser Nacht verzaubert.
Wenn ich nur lachen kann,
und mit euch trinken, wie ein Mann.

Dann bin ich reich, ich bin reich,
wie kein Millionär.
Ich bin reich, so reich.
Dann brauch´ ich nicht mehr.

Ich hab'n Dach über'm Kopf
nen vollgefress'nen Bauch
und brauch' nicht zu frier'n.
Ich hab' keine Angst,
ich könnte über Nacht
mein Hab und Gut verlier'n.
Ich hab' mir überlegt,
wie dreckig's andern Leuten geht.
Bist du mein lieber Freund,
ein wahrer Freund der zu mir steht.

Dann sind wir reich, wir sind reich,
wie kein Millionär.
Wir sind reich, so reich.
Wir brauchen nicht mehr.
Wir sind reich, so reich.
Und haben kein Geld.
Wir sind reich, so reich.
Was kostet die Welt?

Halbes Jahr

Immer, wenn die Blätter
von den Bäumen fallen,
steht sie vor meiner Tür.
Wenn die ersten Winde
um die Häuser wehen,
ist sie hier.

Wenn die Nächte länger werden,
liegt sie lange mit mir wach.
Wenn die Nächte kälter werden,
haben wir uns längst entfacht.
Wenn an Fensterscheiben
Eisblumen blühen,
bleibt sie bei mir.

Eine Liebe,
einen Herbst, einen Winter.
Eine Liebe,
durch Stürme und Eis.
Eine Liebe,
so tief und wahr.
Eine Liebe,
so sonderbar.
Eine Liebe,
ein halbes Jahr.

Irgendwann, im Januar,
ist es, als wäre sie
schon immer da.
Stunden, Tage, Wochen ziehen.
Und ich kann nicht
vor dem Frühling fliehen.

Vögel kommen schon zurück.
Sehnsucht liegt in ihrem Blick,
die sie in die Ferne treibt.
Und ich weiß, dass sie nicht bleibt.
Wenn es warm wird,
geht sie fort -
einen Kuss als Abschiedswort.